|
Die Muskeln der Arme und Beine werden gruppenweise
von unterschiedlichen Nerven mit Impulsen versorgt. Sehr oft ist
nur ein Nerv mit einer Muskelgruppe von der Schädigung betroffen.
In diesen Fällen kann durch Umlagerung einer Sehne (sog. motorische
Ersatzplastik) eines noch funktionierenden Muskels die Funktion
eines gelähmten Muskels wiederhergestellt werden. Der Funktionsverlust
durch die Verlagerung ist minimal, da benachbarte Muskeln die fehlende
Funktion mit übernehmen können. Die umgelagerte Sehne
wird in die Sehne des gelähmten Muskels eingeflochten. Für
eine sichere Heilung muss eine Ruhigstellung in Entlastungsstellung
erfolgen.
Fallhand
Durch Schädigung des Speichennerven (Nervus radialis) kommt
es zur sog Fallhand mit Unfähigkeit der Finger- und Handgelenksstreckung.
Durch Sehnenumlagerung von der Unterarmbeugeseite kann diese Funktion
wiederhergestellt werden. Die fehlende Muskelfunktion der beugeseitigen
Muskeln kann durch benachbarte Muskeln gut kompensiert werden.
Krallenhand
Durch Schädigung des Ellennerven (Nervus ulnaris) kommt es
zu einer Krallenstellung der Finger 4 und 5 und Schwächung
des Spitzgriffes zwischen Daumen und Zeigefinger. Durch Sehnenumlagerungen
und eine Versteifung des Daumengrundgelenkes kann diese Fehlfunktion
gebessert werden.
Steppergang
Durch Schädigung des Nervus peroneus am Unterschenkel kommt
es zu einem Funktionsausfall der Zehenstrecker und Fußstrecker.
Beim Gehen resultiert durch Herunterfallen des Vorfußes der
sog. Steppergang. Durch Umlagerung eines Muskels von der Rückseite
des Unterschenkels auf die Vorderseite kann die Fußhebung
wiederhergestellt werden.
|