Handchirurgie am Stadtpark in Nürnberg

zertifziert DIN ISO 9001:2008

 

 

IPRAS

 

Deutsche Gesellschaft Chirurgie

 

 

 

 

 

 

Handwurzel

Die Handwurzel ist ein sehr komplexes Gebilde, das aus insgesamt 8 Knochen und komplexen Bandverbindungen zwischen diesen Knochen besteht.
Die körpernahen Handwurzelreihe besteht aus 3 Knochen, die von der Speichenseite zur zur Ellenseite als Kahnbein (Os scaphoideum), Mondbein (Os Lunatum) und Dreiecksbein (Os triquetrum) bezeichnet werden. Die körperferne Handwurzelreihe besteht aus großem Vieleckbein (Os trapezium), kleinem Vieleckbein (Os trapezoideum), Kopfbein (Os capitatum), Hakenbein (Os hamatum)und Erbsenbein (Os pisaiforme).

 

Handwuirzel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sehr wichtig ist die Bandverbindung zwischen Kahnbein und Mondbein. Ohne diese Bandverbindung würde das Kahnbein zu Beugeseite kippen und das Mondbein zur Streckseite. Durch das Band zwischen Kahnbein und Mondbein (skapholunäres Band) werden diese gegensinnigen Bewegungen verhindert und die Handwurzel stabilisiert. Nach Verletzungen dieses Bandes zum Beispiel durch Sturz findet man eine Verbreiterung des Gelenkspaltes zwischen Kopfbein und Kahnbein und im seitlichen Röntgenbild eine Beugestellung des Kahnbeins und eine streckseitige Verkippung des Mondbeines (DISI-Stellung), da die Fixierung durch das Band fehlt. Nicht selten werden diese Verletzungen zu spät erkannt. Unbehandelt führt eine solche Bandverletzung zu einem Zusammenbrechen der Handwurzel und im Endstadium zu einer Arthrose (SLAC-Wrist = scapholunate advanced collapse).

Beschwerden bei Erkrankungen der Handwurzel

Typische Beschwerden für Erkrankungen an der Handwurzel sind Schmerzen oder Schwellungen. Die Bewegung und Belastung verschlimmert in der Regel die Beschwerden. Die Beweglichkeit des Handgelenkes ist in der Regel schmerzhaft eingeschränkt. Bandverletzung können auch klinisch zum Beispiel durch den Watson-Verschiebetest, untersucht werden.

Nicht selten werden Verletzung der Handwurzel als Bagatellverletzungen abgetan. Die Patienten sind unter Umständen jahrelang symptomarmen bzw. ohne Symptome, obwohl die Schädigung der Handwurzel unbemerkt fortschreitet. Bei erneuter Belastung oder Verletzungen wird dann die Erkrankung aktiviert, der Patient hat dann plötzlich starke Schmerzen. Dies führt bei Verletzungen nicht selten zu gutachterlichen Abgrenzungsprobleme.

Diagnostik bei Erkrankungen der Handwurzel

Zur Diagnostik bei Handwurzeln Veränderungen gehören in der Regel zunächst die konventionellen Röntgenbilder. Bei Bedarf können auch spezielle Projektionen zum Beispiel die Kahnbeinserie durchgeführt werden. Eine wesentlich bessere beurteilung des Knochens kann durch eine Computertomographie erfolgen. Bandverbindungen oder Durchblutung Zustände der Knochen können sehr gut bei der Kernspintomographie mit Kontrastmittel Anwendung beurteilt werden. Ergänzende Untersuchungen können die Röntgenkinematographie, Belastungsaufnahmen oder die Gelenkspiegelung sein.

Verletzungen des scapholunären Bandes

Frische Verletzungen des scapholunären Bandes können operativ genäht werden. Zusätzlich ist denn eine Stabilisierung zum Beispiel durch Drähte für einige Wochen notwendig. Veraltete Verletzungen des skapholunären Bandes können bei dynamischen Fehlstellungen zum Beispiel durch eine Kapsulodese (Gelenkstabilisierung durch Sehnen oder Kapselanteile) korrigiert werden. Die Ergebnisse dieser Kapsulodesen sind nicht in allen Fällen gut. Sehr oft findet sich langfristig wieder eine erneute Fehlstellung. Bei fortgeschrittenen Stadien mit Zusammenbrechen der Handwurzel und Ausbildung einer Arthrose kommt in der Regel entweder eine mediokarpale Teilarthrodese mit Entfernung des Kahnbeines und Versteifung zwischen Kopfbein und Mondbein infrage oder eine so genannte Proximal-row-Carpektomie mit Entfernung der körpernahen Handwurzelreihe. Beide Operation haben vergleichbare Langzeitergebnisse. Die Wahl des Verfahrens wird durch die Erfahrung der Klinik oder des Operateurs bestimmt.

Frakturen der Handwurzel

Bei den Brüchen der Handwurzel ist der Kahnbeinbruch der häufigste. Andere Frakturen sind relativ selten. Der Kahnbeinbruch wird heutzutage überwiegend operativ mit einer speziellen Schraube (HBS-Schraube) behandelt. Die Frakturen der anderen Handwurzelknochen können je nach Befund in der Regel konservativ oder selten auch operativ behandelt werden.

Kahnbeinpseuarthrose

Nach unbehandelten Kahnbein-Brüchen entsteht nicht selten eine Falschgelenkbildung (Pseudarthrose), die langfristig auch zu einer Arthrose der Handwurzel führen kann. In solchen Fällen ist eine Entfernung der Pseudarthrose, die Transplantation von Knochen und eine Fixierung mittels einer Metallschraube notwendig.

Medikarpale Teilarthodese (Teilversteifung)

Bei fortgeschrittenen Zusammenbruch der Handwurzel (SLAC-Wrist) ist eine der üblichen Behandlungen die so genannte mediokarpale Teilarthrodese.

In der Regel ist eine solche Operation notwendig bei fortgeschrittenen Kahnbein-Pseudarthrosen (SNAC-Wrist=scaphoid nonunion advanced collapse) oder Spätfolgen nach skapholunärer Bandverletzung (SLAC-Wrist= scapholunate advanced collapse).

Bei der Operation wird das Kahnbein komplett entfernt. Zur Stabilisierung der Handwurzel erfolgt eine Stabilisierung der zentralen Säule zwischen Kopfbein und Mondbein. Hier wird eine Versteifung (Arthrodese) unter Zwischenschaltung eines Knochenblocks durchgeführt. Gelegentlich muss auch noch der Griffelfortsatz der Speiche teilweise entfernt werden, um einen Anstoßen des körperfernen Speichenendes an der Handwurzel bei der Bewegung zum Daumen hin zu verhindern. Die Fixierung der Knochen bis zur Ausheilung der Versteifung erfolgte lange Zeit allein mittels Kirschner-Drähten. Heute gibt es jedoch spezielle Titanplatten, die wesentliche Vorteile haben. Eine Metallentfernung ist in der Regel nicht notwendig. Es kann früher als mit Kirschner-Drähten mit der Bewegungsübung begonnen werden, da eine größere Stabilität erzielen ist.

Ein Beispiel für eine solche spezielle Platte ist die so genannte Flower Plate der Firma Martin. Auf den folgenden Bildern ist der typische Befund vor und nach der mediokarpalen Teilarthrodese mit der Flower Plate zu sehen.

RadiokarpalarthroseFlowerplate

 

 

 

 

 

 

Es handelt sich jedoch insgesamt so genannte Rettungsoperationen, mit der auch langfristig mit einer dauerhaften Einschränkung zu rechnen ist. Durchschnittlich ist die Kraft und Beweglichkeit nach der Operation langfristig nur etwa halb so groß wie die eines gesunden Handgelenkes. Sehr oft kann aber durch diese Methode eine komplette Versteifung verhindert werden.