Handchirurgie am Stadtpark in Nürnberg

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Deutsche Gesellschaft Chirurgie

 

 

 

 

 

 

Nervenverletzungen

Nerven sind zu mehreren Bündeln zusammengefasste Leitungsbahnen, die die Impulse der Nervenzellen leiten. Die Zellen der Nerven selbst sitzen im Rückenmark. Das, was normalerweise als Nerv zu sehen ist, ist lediglich ein schmaler und langer Ausläufer der Nervenzelle, der bis zum Endorgan verläuft. Die Nervenfasergruppen sind in Bindegewebe eingebettet und werden von einer äußeren Hülle, dem Epineurium, umgeben. Der Nerv ist grob vereinfacht einem Stromkabel vergleichbar. Es gibt Nervenfasern für die Bewegungsreize (motorische Fasern) und für die Gefühlsreize (sensible Fasern).

Am Arm gibt es 3 Haupt-Nervenstämme:

Arten der Nervenverletzung

Verletzungen des Nerven können entweder bei teilweiser oder vollständiger Durchtrennung oder auch bei Quetschungen und Dehnung oder Ausrissen entstehen. Je nach Schädigungsgrad werden bestimmte Schädigungsmuster beschrieben:

Nervenschädigungen können je nach Höhe der Verletzung zu Lähmung der Muskulatur oder Gefühlsausfällen führen.

Diagnostik bei Nervenverletzungen

Bei jeder Verletzung muss eine Nervenbeteiligung geprüft werden. Gelegentlich ist die Prüfung allein durch die Untersuchung jedoch schwierig und unzuverlässig.

Auch bei kleinen und oberflächlichen Wunden können in der Tiefe ausdehnte Nervenverletzungen vorliegen. Der einzige Weg, eine Nervenverletzung sicher auszuschließen ist die operative Freilegung.

Bei länger zurück liegenden Nervenverletzungen bestehen Muskelschwund, Haut-Verschmächtigung oder Fehlstellung der Gelenke (zum Beispiel die Krallenhand bei Schädigung des Ellen-Nerven).

Wenn die Schädigung einige Zeit besteht kann im Bereich der Schädigungsstelle in der Regel bei Beklopfen ein Elektrisieren ausgelöst werden (Hoffmann-Tinelsches Zeichen).

Eine genauere Untersuchung kann durch Messung der Nervenleitgeschwindigkeit erfolgen, die aber erst nach einigen Wochen aussagekräftig ist.

Operation bei Nervenverletzungen

Bei Nervendurchtrennungen ist eine frühzeitige operative Versorgung in der Regel durch mikrochirurgische Nervennaht angezeigt. Wichtig ist eine spannungsfreie End-zu-End-Naht.

Sollte dies nicht möglich sein, müssen Nerven-Transplantate dazwischen geschaltet werden. Eine Nervennaht, die sich unter Spannung befindet, heilt in der Regel sehr schlecht aus.

Prognose und Heilungsvorgang bei Nervenverletzungen

Die Nerven mögen zwar wie Stromkabel aussehen, die Regeneration erfolgt jedoch ganz anders. Nach einer Nervenverletzung geht der Ausläufer der Nervenzelle zu Grunde. Ausgehend von der Nervenzelle muss der Nervenausläufer vom Rückenmark beginnend wieder zum Zielorgan auswachsen.

Ein Nerv wächst etwa 1 mm pro Tag. Für eine Verletzung an der Hand ist deshalb mit mehreren Monaten Erholungszeit zu rechnen. Die wesentlichen Veränderungen spielen sich dabei zwischen 6 Monaten und 2 Jahren ab. Nach mehr als 2 Jahren ist in der Regel keine weitere Besserung zu erwarten.

Als Späteingriffe bei fehlgeschlagener Nervenwiederherstellung kommen Nervenlösungen (Neurolysen) und motorische Ersatzplastiken mit Umlagerung von Muskeln und Sehnen infrage.

Ergebnisse nach Nervenverletzungen

Die Behandlungsergebnisse sind umso besser je einfacher die Verletzung ist (scharfe Durchtrennung) und je besser und frühzeitiger die Versorgung der Verletzung erfolgt. Auch das Alter, die Gesundheit und die Kooperation des Patienten spielen eine Rolle. Eine vollständige Nervenerholung nach Durchtrennung ist eine Ausnahme.

Risiken nach Nervenverletzungen und Nervennähten

Es bestehen die normalen Risiken jeder Operation wie Infektion, Blutung Wundheilungsstörung. Eine komplette Erholung der Nervenfunktion ist in der Regel nicht möglich.

Bei fehlendem Auswachsen des Nerven können sog. Neurome (Verdickungen der körpernahen Durchtrennungsstelle mit Elektrisieren und Überempfindlichkeit entstehen.

Bei fehlender Regeneration der Nerven können dauerhafte Muskelschwächen oder Gefühlsausfälle verbleiben. Wie nach jeder Verletzung oder Operation besteht das Risiko eines komplexen regionalen Schmerz-Syndroms (CRPS).