Handchirurgie am Stadtpark in Nürnberg

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Deutsche Gesellschaft Chirurgie

 

 

 

 

 

 

Strecksehnenverletzungen

Die Strecksehnenverlaufes an der Streckseite des Unterarmes Richtung Finger und Handrücken. Im Bereich des Handgelenkes gibt es insgesamt 6 verschiedene Sehnenfächer für die Strecksehnen. Je nach Verletzungshöhe dauert die Heilung nach Strecksehnenverletzungen unterschiedlich lange. Im Bereich des Unterarmes und Handrückens ist eine Ruhigstellungszeit von etwa 4 Wochen ausreichend, an Mittelgelenk des Fingers etwa 5 Wochen und am Endgelenk dauerte die Sehnenheilung etwa 6 Wochen.

Prinzipiell ist die Versorgung von Strecksehnenverletzungen weniger kompliziert als bei Beugesehnenverletzungen. Auch hier ist die primäre Sehnennaht Mittel der Wahl und liefert das beste Ergebnis. Sekundäre Wiederherstellungen können durch Sehnentransplantate erfolgen. Hier muss aber nicht wie bei der Beugesehnen ein zweizeitiges Vorgehen erfolgen. Die Nachbehandlung erfolgt meistens durch Ruhigstellung mittels Schienen. Sind aber auch analog zu Beugesehne Nachbehandlung dynamische Nachbehandlungen möglich.

Strecksehnenverletzung am Endgelenk

Eine sehr häufige Verletzung ist die Verletzung der Strecksehne am Endgelenk. Es kommt typischerweise bei plötzlicher Beugung zum Beispiel beim Betten machen vor. Es kann dann das Endglied aktiv nicht mehr streckt werden. Kompensatorisch findet sich durch den Sehnenzug eine Überstreckung des Mittelgelenkes. Gelegentlich kommt es auch zu Knochenverletzungen an der dorsalen Basis des Endgliedes. Gewebeuntersuchungen haben inzwischen gezeigt, dass dies keine knöchernen Sehnenausrisse sind sondern basisnahe Frakturen.

Neben der klinischen Untersuchung mit Dokumentation des Streckdefizites sollte auch immer zum Ausschluss einer knöchernen Beteiligung eine Röntgen-Untersuchung erfolgen.

Bei offenen Schnittverletzungen sollte eine sofortige operative Sehnennaht erfolgen. Die zeitweise notwendige Fixierung des Endgelenkes kann am besten durch eine Metallstift, der durch das Endgelenk gebohrt wird, und nach 6 Wochen wieder entfernt wird erfolgen. Alternativ kommt eine Schienenruhigstellung infrage. Dabei soll das Endgelenk in leichter Überstreckung gehalten werden.

Bei geschlossenen Sehnenrissen wird meistens eine konservative Behandlung durchgeführt. Dabei wird mittels einer Kunststoffschiene (Stacksche Schiene) das Endgelenk in leichter Überstreckstellung für etwa 6-8 Wochen ruhig gestellt. Wichtig bei dieser Ruhigstellung ist, dass die Schiene zu keiner Zeit abgenommen wird. Schon bei leichter Beugung während des Heilungsvorgangs kann es zu einer Dehnung des Sehnennarbe und damit zu einem dauerhaften Streckdefizit kommen. Wesentlich sicherer kann die Ruhigstellung durch einen Metallstift, der in Überstreckstellung das Endgelenk gebohrt wird, gewährleistet werden. Wenn das Endgelenk relativ stark gebeugt ist, ist von einer vollständigen Sehnendurchtrennung auszugehen. Es ist zu vermuten, dass in diesen Fällen die Sehnenenden auch durch richtige Ruhigstellung keinen Kontakt mehr zueinander finden, so dass eine Sehnennaht mit zusätzlicher Metallstiftfixierung empfehlenswert ist.

Nach Entfernen der Schiene bzw. des Metallstifters sollten kraftvolle Beugung im Endgelenk vermieden werden, da ansonsten die noch weiche Sehnennarbe gedehnt wird. Es sollte der Finger erst 2 Wochen geschont und dann erst belastet werden.

Basisnahe Endgelenksbrüche

Bei Frakturen an der Basis des Endgliedes hängt es im Wesentlichen von der Größe und Dislokation des Knochenfragmentes ab, welche Behandlung bevorzugt wird. Bei Gelenkflächenbeteiligung über 1/3 und starker Dislokation wird die operative Fixierung mit Drähten empfohlen.

Veraltete Strecksehnenverletzungen am Endgelenk

Veraltete Strecksehnenriss können durch Sehnenraffung und Doppelung und anschließender Fixierung mit einem Metallstift versorgt werden. Problem bei der Strecksehnenversorgung ist, dass die maximale Gleitamplitude bei der Beugesehne 4 cm beträgt und bei der Strecksehnennarbe etwa 4 mm. Das bedeutet, dass eine Verlängerung der Sehne um 0,5 mm bereits ein Streckdefizit von 20-30° bedeuten kann. Aus diesem Grunde sollte man nur veraltete Strecksehnenriss mit starker Beugestellung des Endgelenkes und funktioneller Behinderung operativ versorgten. Sollte eine Wiederherstellung der Strecksehnen nicht möglich sein, ist eine Versteifung des betroffenen Endgelenkes empfehlenswert.

Risiken und Komplikationen nach Sehnenverletzungen

Veraltete Strecksehnenriss können durch Sehnenraffung und Doppelung und anschließender Fixierung mit einem Metallstift versorgt werden. Problem bei der Strecksehnenversorgung ist, dass die maximale Gleitamplitude bei der Beugesehne 4 cm beträgt und bei der Strecksehnennarbe etwa 4 mm. Das bedeutet, dass eine Verlängerung der Sehne um 0,5 mm bereits ein Streckdefizit von 20-30° bedeuten kann. Aus diesem Grunde sollte man nur veraltete Strecksehnenriss mit starker Beugestellung des Endgelenkes und funktioneller Behinderung operativ versorgten. Sollte eine Wiederherstellung der Strecksehnen nicht möglich sein, ist eine Versteifung des betroffenen Endgelenkes empfehlenswert.