Handchirurgie am Stadtpark in Nürnberg

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TVS (Tendovaginosis stenosans) de Quervain

Die Strecksehnen der Finger und des Handgelenkes verlaufen in sechs getrennten Sehnenfächern. Bei der so genannten Tendovaginosis stenosans de Quervain (TVS de Quervain) ist ausschließlich das erste Strecksehnenfach auf der Daumenseite des Handgelenkes betroffen. In diesem Sehnenfach verlaufen die Sehnen des kurzen Daumen-Streckmuskels (Musculus extensor pollicis brevis) sowie des langen Daumen-Abspreizmuskels (Musculus Abduktor pollicis longus). Die Erkrankung wurde als erstes von dem Schweizer Chirurgen Fritz de Quervain beschrieben und ist deshalb nach ihm benannt worden.

Krankheitsbild der Tendovaginosis stenosans de Quervain

Die Entzündung des Sehnenfächer entsteht sehr häufig durch eine übermäßige Beanspruchung bei ungewohnten Arbeitsbelastungen. Eine häufige Ursache ist das ungewohnte und dauerhafte Abknicken des Handgelenkes. Frauen sind bei der Tendovaginosis stenosans de Quervain etwa 8 x häufiger betroffen als Männer.

Normalerweise gleiten die Sehnen frei in ihren Sehnenfächern. Bei zu großer Beanspruchung der Sehnen kann es zu einem Anschwellen des Sehnengleitgewebes und der Führungsbänder kommen. Dadurch kommt es zu einer Einengung des Sehnenfaches, die beim Bewegen Schmerzen verursacht. Daher kommt auch der Name Tendovaginosis stenosans was übersetzt verengende Sehnenscheidenentzündung bedeutet.

Symptome der Tenosvasginosis stenosans de Quervain

Sehr häufig findet sich eine schmerzhafte Vorwölbung über dem Griffelfortsatzes der Speiche. Beim Bewegen des Daumens, zum Beispiel beim Öffnen von Dosen oder Auswringen von Lappen kommt es zu einer Schmerzverstärkung. Die Beschwerden können sowohl plötzlich über Nacht auftreten oder auch sich allmählich entwickeln.

Interessant ist auch, wie lange es manchmal Patienten bis zur Diagnosestellung dauert. Nicht selten findet sich ein mehrmonatiger Krankheitsverlauf mit vergeblichen konservativen Behandlungsversuchen. Und dies, obwohl das Krankheitsbild gut bekannt und klinisch relativ eindeutig festzustellen ist.

Bei der Untersuchung findet sich der Bereich des ersten Strecksehnenfaches deutlich druckschmerzhaft. Typisch ist auch bei der Erkrankung der so genannte Finkelstein Test. Dabei wird der Daumen des Patienten in der Handfläche hinein gebeugt und das Handgelenk ruckartig in Richtung Elle bewegt. Diese Bewegung ruft beim Gesunden kaum Schmerzen hervor, bei betroffenen Patienten ist sie aber extrem schmerzhaft.

Bei der Röntgenuntersuchung finden sich in der Regel keine Veränderungen. Die Untersuchung ist aber gelegentlich hilfreich, um andere Erkrankungen wie z. B. Arthrosen des Daumens oder Handgelenkes abzugrenzen. Weiterführende Diagnostik wie Kernspintomographie oder Computertomographie sind in der Regel unnötig.

Konservative Behandlung der Tendovaginosis stenosans de Quervain

Es kann zunächst ein konservativer Therapieversuch mit Ruhigstellung des Daumens für einige Tage erfolgen. Die Ruhigstellung kann durch Anlage einer Schiene oder einen Gips erfolgen. Zusätzlich können entzündungshemmende Medikamente eingenommen werden.

Eine weitere Option ist das Einspritzens von Kortison direkt in das Sehnenfach, was aber sehr oft keinen dauerhaften Erfolg bringt. Wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind und sich keine Besserung einstellt, sollte eine operative Behandlung durchgeführt werden.

Operative Behandlung der Tendovaginosis stenosans de Quervain

Die Operation erfolgt in der Regel ambulant in örtlicher Betäubung. Um die Sichtbedingungen während der Operation zu verbessern wird in Blutleere operiert oder es können Blutgefäß verengende Mittel (Epinehrin) in das örtliche Betäubungsmittel zugefügt werden. Es empfiehlt sich ein kurzer querer Hautschnitt, da quere Hautschnitte in dieser Körperregion in der Regel mit einer sehr guten, kaum sichtbaren Narbe verheilen. Längsschnitte aber haben in diesem Bereich nicht selten überschießende Narben zur Folge. Das Sehnenfach wird dargestellt. Dabei wird besonders auf eine Schonung des oberflächlichen Astes des Speichennerven (Nervus radialis) geachtet, der direkt über der Strecksehnenfach verläuft. Das Strecksehnenfach wird komplett gespalten. Sehr häufig findet sich darunter eine Entzündung des Sehnengleitgewebes, weshalb dieses überschüssige entzündete Gewebe entfernt wird. Nicht selten findet sich ein separates Sehnenfach für die Daumenstrecksehne, weshalb stets nach einem solchen separaten Sehnenfach gesucht werden muss. Unterbleibt dies, haben die Patienten beim Vorliegen eines solchen separaten Faches nach der Operation unverändert weiter Beschwerden. Nachdem der problemlose Gleitverlauf aller Sehnen überprüft wurde, wird die Wunde verschlossen.

Nachbehandlung und Prognose der Tendovaginosis stenosans de Quervain

Eine Ruhigstellung ist nicht erforderlich. Es reicht ein elastischer Verband. Die Finger können nach der Operation normal bewegt werden. Das Nahtmaterial wird nach zwei Wochen entfernt. Die Prognose ist gut, d.h. nach der Operation verschwinden in der Regel die Schmerzen relativ rasch und dauerhaft. Ein wieder Auftreten der Erkrankung ist äußerst selten. Mit einer Arbeitsunfähigkeit maximal bis zum Fadenzug nach 14 Tagen ist zu rechnen.

Risiken bei Operation der Tendovaginosis stenosans de Quervain

Neben den Risiken jeder Operation wie Wundinfektion, Blutung und Wundheilungsstörung besteht ein geringes Risiko der Nervenverletzung. Wie nach allen Operationen an den Extremitäten kann auch hier ein komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS) entstehen.